Das ist ein Test
Backpacking-TripWeltreise

330 Tage, vom ersten bis zum letzten Tag, Abenteuer pur

Slow-Travelling in Asien und Neuseeland

Tatonka Trekkin Crew - Weltreise von Daniel Krassnitzer.

November 2017:
Kündigung der sicheren Arbeitsstelle? Wohnungsauflösung? Kein Fußball für unbestimmte Zeit?

Sicherheit gegen Mut – Mut auf etwas Neues, auf das Reisen, auf neue Kulturen, auf neue Freunde und viele unvergessliche Erlebnisse in neuen Ländern.

Jänner 2019:
Ich hatte die Zeit meines Lebens!

Aber erst mal der Reihe nach, der Tag der Abreise war gekommen. Es war ein kalter Februar-Tag, und diesen wollte ich noch einmal bei einem gemeinsamen Frühstück mit meiner Familie starten. Wir trafen uns pünktlich und hatten noch eine tolle Zeit bis zu meiner tränenreichen Abfahrt.

Reisestart mit Hindernissen

Nachdem ich allen auf Wiedersehen gesagt hatte, machte ich mich mit meiner Schwester auf den Weg zum Zug nach Villach. Um 11:51 Uhr war Abfahrt nach Zürich. Pünktlich wie ich bin, war ich schon um 11:30 Uhr dort, um einen guten Start in meine Reise zu haben, jedoch folgte gleich die Erkenntnis, dass der Zug schon abgefahren war. Um 11:15 Uhr war die eigentliche Abfahrt des Zuges.

Ich hatte mir die Abfahrtszeit nur einmal im Dezember angesehen und falsch gemerkt. Na toll, was für ein Start, dachte ich mir. Mit den nächsten Zügen würde ich es nicht mehr rechtzeitig zum Flug von Zürich nach Bangkok schaffen. Mir blieb nur eine Möglichkeit, meine Schwester sollte mich in das zwei Stunden entfernte Salzburg bringen, wo ich auch zusteigen konnte. Das Problem dabei war allerdings, dass wir nur eine Stunde und 55 Minuten Zeit hatten und wir noch tanken, eine Autobahnvignette kaufen und ein neues Zugticket organisieren mussten. Ihr 50 PS starkes Auto erbrachte allerdings eine Höchstleistung, und so schaffte ich es schlussendlich sieben Minuten vor Abfahrt meines Zuges nach Salzburg, und das, ohne dass das Auto von meiner Schwester explodiert ist, obwohl es sich den Großteil der Fahrt so anhörte.

Ein ganzes Jahr Auszeit!

Thailand, Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Thailand, Malaysia, Indonesien, Philippinen und Neuseeland, das war meine Route für ein Jahr. Ich hatte zwar mehr geplant, jedoch habe ich schnell bemerkt, dass ich mich nicht unnötig stressen möchte und eher ein Slowtraveller bin.

INFO: Reise- und Sicherheitshinweise zu zahlreichen Destinationen findest du auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Ich wusste nicht viel über die Länder, die ich bereisen wollte, hatte aber einige Youtube-Videos von anderen Reisenden angesehen. Erster Stopp war Thailand, wo mir vor allem die atemberaubende Thai-Küche in den Sinn kommt. Abgesehen von unserem Ausflug an die Khao-San-Road, wo zu viel Alkohol und Gruppenzwang dazu führten, dass ich einen Skorpion probierte. Naja, die Wahrheit ist, er schmeckt einfach nach nichts.

In dieser Woche hatte ich eine Schrecksekunde, als ich aufwachte und mich eine Schlange von der Decke herunter ansah.

Asien ist voll von religiösen Tempeln, jedoch konnte ich nach drei Wochen vor Ort und zahlreichen Besuchen keinen mehr davon sehen. Wie es der Zufall so wollte, traf ich in Thailand eine junge Dame, die aus demselben Land, sogar aus demselben Bezirk wie ich kommt. Wir hatten wirklich einen tollen Abend in Bangkok. Bangkok hatte uns jetzt – zumindest für diese eine Nacht. Thailand ist wirklich leicht zu bereisen, Busse fahren rund um die Uhr, Züge gibt es genügend und Tuk Tuk-Fahrer gibt es wirklich wie Sand am Meer.

Daniel an einem Wasserfall nahe Kanchanaburi in Thailand.
Wasserfall nahe Kanchanaburi in Thailand.

Ewig in Erinnerung bleiben wird mir die Strecke von Chiang Mai nach Pai, wo uns allen durch die 762 Kurven und dem Fahrstil des Fahrers ziemlich übel wurde. Vor allem die Mitreisenden, die am Tag zuvor lange gefeiert hatten, mussten mit den ruppigen Straßen kämpfen.

Daniel streichelt den Rüssel eines Elefanten in Chiang Mai in Thailand.
Elefant in Chiang Mai, Thailand.

Trauminsel Kho Samui

Mein liebster Ort in Thailand ist die Insel Kho Samui, dort blieb ich länger als geplant. Mein Hostel lag 30 Meter vom Strand entfernt, und die Besitzerin war unglaublich nett und freundlich. Die Insel hatte wunderschöne Strände, atemberaubende Sonnenuntergänge, und vor allem wurde mir nie langweilig.

In dieser Woche hatte ich eine Schrecksekunde, als ich aufwachte und mich eine Schlange von der Decke herunter ansah. Die Schlange versteckte sich später so gut, dass wir sie leider nicht mehr finden konnten, und Gott sei Dank kam sie auch nicht wieder.

Wunderbar gelassenes Myanmar

Danach ging es ab ins wunderschöne Myanmar, dort gibt es noch nicht die vielen Touristenmassen wie etwa in Thailand. Auch die Menschen dort sind viel gelassener, offener und freundlicher als zuvor in Thailand. Dort habe ich in meinen Aufenthalten in den verschiedenen Hostels auch schon zwei Titel geholt, nämlich im Beer-Pong. Sollte dieser „Sport“ jemals olympisch werden, werde ich Österreich mit Würde vertreten und mir sicherlich auch einen Platz am Podest sichern. Leider müssen wir über das Preisgeld meiner gewonnenen Titel noch ausführlich diskutieren, abgesehen von Ruhm und Ehre und einem Schnaps habe ich leider nichts gewonnen.

Die Transportmöglichkeiten in Myanmar sind etwas komplizierter als in Thailand, aber mit viel Geduld kommt man schlussendlich auch von A nach B. An die Zugfahrt von Mandalay nach Hsipaw werde ich immer denken. Highlight dieser Fahrt war die Überquerung der Gokteik-Schlucht, bei der der Zug Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 5 km/h erreicht. Die Zugbrücke führt über eine 50 Meter hohe Schlucht und im alten Zug wird es ziemlich ungemütlich und alles fällt zu Boden.

Das Tempelparadies Bagan

Im Tempelparadies von Bagan habe ich mir einen E-Roller gemietet und die gesamte Stadt erkundet. Die Burmesen, wie die Einwohner Myanmars genannt werden, sind ein verrücktes, offenes Volk. Vor allem beim Neujahrsfest wird dies besonders offensichtlich, sie feiern das neue Jahr eine gesamte Woche lang. Das neue Jahr wird dort traditionell mit viel Wasser gefeiert. Kinder schießen einen mit den Spritzpistolen ab, Teenager feiern bei lauter Musik auf den Ladeflächen von Trucks und schütten jeden mit Eimern voll Wasser an. Egal ob alt oder jung jeder wurde nass.

Laos: Dschungelwanderung und magische Inseln

In Laos hatte ich einen meiner besten Tage auf meiner Reise, besser gesagt waren es zwei Tage im Dschungel. Eine Dschungelwanderung mit Übernachtung im Baumhaus und vielen Ziplines im Dschungel. Das Wetter war regnerisch und nebelig, aber genau das hat diesen kleinen Trip perfekt gemacht, wenn du mit der Zipline 150 Meter über den Abgrund bist und nur 20 Meter voraus siehst und nicht weißt, wohin du fährst. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich.

Stupas des Borobudur Tempel in der Provinz Jawa Tengah in Yogyakarta auf Java, Indonesien.
Stupas des Borobudur Tempel in der Provinz Jawa Tengah in Yogyakarta auf Java, Indonesien.

Die Dusche mit freiem Blick in den Dschungel war das absolute Highlight. Die Mahlzeiten, die dort für unsere Gruppe serviert worden sind, waren einfach nur köstlich. Die Frauen tragen die Zutaten für diese Menüs teilweise vier Stunden in den Dschungel und bereiten vor Ort alles frisch für die Reisenden zu. Die Qualität war herausragend und die Quantität war auch zu beachten. Viel zu viel von dem leckeren Essen musste unsere Reisegruppe, die hauptsächlich aus Holländern bestand, zurückschicken.

In der Hauptstadt von Laos, Vientiane, hatte ich das bequemste Bett meiner gesamten Reise, welches mir endlich gute Träume und Zeit zum Abschalten bescherten. Ein weiterer Höhepunkt in Laos waren die 4.000 Islands im Süden des Landes, ein magischer und ruhiger Ort zum Relaxen. Eine Woche Ruhe mit Weltklasse-Kulinarik, heute noch träume ich vom Kürbisburger, den ich dort bekam.

Boote im Sonnenuntergang von 4000 Islands in Laos.
Backpacker Paradies 4000 Islands in Laos.

Couchsurfing in Vietnam

In Vietnam probierte ich zum ersten Mal Couchsurfing aus, ich hatte wirklich Glück und hatte zwei großartige Hosts. Sie hatten ein paar Tage zuvor einen Unfall mit dem Roller und konnten nicht wirklich gehen, aber dennoch zeigten sie mir sehr viel von ihrer Heimatstadt und stellten mir ihre Freunde vor. Einen Abend verbrachte ich mit ihnen und ihren einheimischen Freunden am Strand, wo wir tranken, aßen und zu Gitarrenklängen mitsangen.

In Vietnam durfte natürlich die Halong Bay in meiner Route nicht fehlen, dort wurde der Film „King Kong“ gedreht. Ich buchte einen Zweitagestrip mit Übernachtung auf einem Boot, um mir dort alles genau ansehen zu können. Danach ging es nach Hoi An, wobei mir am besten die Altstadt mit den vielen bunten Lampen in der Nacht, gefiel. Das einzige Problem war, dass bei Tag niemand unterwegs war und die Stadt in der Nacht komplett überfüllt mit Touristen war.

Bunte Lampen in der Altstadt von Hoi An in Vietnam.
Bunte Lampions in der Altstadt von Hoi An in Vietnam.

Das kleine Dorf Sapa im Norden von Vietnam war auch ein wirklicher Hingucker, unendlich-grüne Reisfelder, umgeben von riesigen Bergen mit traumhafter Aussicht. Hier traf ich zum ersten Mal auf eine Gruppe von Österreichern, es war gut, mal wieder im Dialekt reden zu können. Wir haben uns super verstanden und verabredeten uns nach einer Wanderung auch zum Abendessen. Darauf folgte eine unvergessliche Partynacht mit meinen Landsleuten in Vietnam.

Chaos pur hingegen sind die Großstädte in Vietnam, es ist fast unmöglich die Straße zu überqueren. Obwohl die Ampeln auf Grün waren, musste man mit den Fahrern immer Augenkontakt halten und ein Handzeichen geben, sonst wird man dort einfach überfahren.

Manchmal hat man auch Pech …

Malaysia war für mich eine seelische Belastung. Ich hatte neue Freunde bzw. Feinde gefunden. Bettwanzen in fast jedem Hostel und auch in meinen Rucksack. Nachdem ich meine komplette Garderobe unzählige Male heiß gewaschen und getrocknet hatte, bin ich die Wanzen dann nach drei Wochen doch endlich los geworden. Meine Kreditkarte wurde gehackt, das hat mich auch unglaublich verärgert. Zudem hatte ich unzählige Besuche im Krankenhaus, da ich mir den Magen irgendwo verdorben hatte. Leider konnten die Ärzte mir nicht wirklich helfen, so musste ich sogar meinen Flug nach Indonesien verschieben.

Nach drei Wochen ging es mir dann doch besser, und ich konnte endlich weiterreisen. Das Land hatte für mich in meinem angeschlagenen Zustand nicht viel zu bieten, jedoch sind die wunderschönen Teeplantagen und eine steuerfreie Trauminsel hervorzuheben.

Auf dem Devil’s Track in Indonesien

Der Devil`s Track in Indonesien ist ein absolutes Highlight, ich hatte mein ganzes Leben noch nie so viel Angst wie dort. Bei der Klippenwanderung ist man ungesichert auf einem 30 cm breiten Weg in einer Höhe von 300 Metern. Am Mount Bromo haben wir fast den Sonnenaufgang verpasst, für den wir extra mit dem Roller gekommen waren, weil wir auf Google Maps vertraut hatten, das uns allerdings den falschen Weg vorgeschlagen hat. Bei meiner Ankunft auf der Insel Flores habe ich einen sehr netten Taxifahrer gefunden, der mich auch gleich zu einer indonesischen Hochzeit eingeladen hat. Leider hatte ich meinen nächsten Flug schon gebucht und konnte diese leider nicht besuchen.

Lieblingsland Philippinen

Die Philippinen sind mein absolutes Lieblingsland. Die Einheimischen sind so unfassbar freundlich und hilfsbereit, in Europa kann man sich das einfach nicht vorstellen. Auf den Philippinen kann man wirklich alles erleben, was man sich nur vorstellen kann. Am meisten haben mich aber die schönen Strände und die fantastischen Inseln beeindruckt. Egal auf welcher Insel man ist, überall findet man einen Traumstrand oder einen Wasserfall, in dem man sich kurz abkühlen kann. Egal ob Canyoning oder Schnorcheln mit Schildkröten, auf den Philippinen erfüllt sich jeder Wunsch. Für mich war der Tag beim Canyoning einer der Besten, alleine wäre ich nie von einem zwölf Meter hohen Felsen gesprungen. Die Busfahrten waren so easy, ein kurzes Handzeichen reicht und der Bus stoppt überall wo man will. Meine Lieblingsmomente waren abseits der Touristenpfade, in den kleinen Ortschaften, wo vor allem den Kindern die Freude uns zu sehen ins Gesicht geschrieben war.

Inoladoan bzw. German Island vor den Philippinen.
Die German Island – eine Insel vor den Philippinen. Ihr eigentlicher Name lautet Inoladoan.

Nach zehn Monaten Südostasien wurde es Zeit nach Neuseeland zu fliegen. Neuseeland sollte für mich der perfekte Abschluss meiner Reise werden. Der Start meines letzten Aufenthalts verlief leider nicht wie gewünscht, der ersehnte Sommer in Neuseeland, stellte sich als Regen, starker Wind und nur 12 Grad. So musste ich gleich am ersten Tag neue Winterkleidung kaufen. Auch beim Check-In im Hostel konnte es nicht schlimmer laufen, ich wurde bestohlen. Mein gesamtes Kamerazubehör wurde gestohlen, vom Täter fehlte jede Spur und die Polizei konnte auch nicht helfen.

Die Landschaft in Neuseeland hatte für mich persönlich am meisten zu bieten, Gletscher, Berge, Seen, Vulkane, Meer und so viele Schafe, das alles und noch viel mehr konnte man in diesem kleinen Land bewundern. Ich bin zwar nicht unbedingt der Wandertyp, aber in Neuseeland konnte ich nicht anders und musste auf so viele Berge wie möglich, weil die Aussicht einfach traumhaft war. Nach einem Monat Neuseeland stand dann mein Heimflug über Doha nach Wien an.

Blühende Landschaft und schneebedeckte Berggipfel der Milford Sounds in Neuseeland.
Blühende Landschaft und schneebedeckte Berggipfel des Milford Sound Fjords in Neuseeland.

Am Anfang braucht man Mut, damit man am Ende glücklich ist. Das war bis jetzt die beste Entscheidung meines Lebens, die vielen Momente werden für mich unvergesslich bleiben. Ein großes Danke an alle meine neuen Freunde, Bekannte, Reisebegleiter und den Einheimischen, denn ihr habt diese Reise erst zu meiner Reise gemacht.

LESE-TIPP: Roadtrip Neuseeland: Zu den atemberaubendsten Fotospots der Südinsel.

Tags : Südostasien
Daniel Kraßnitzer
Hey zusammen, ich bin Daniel und Backpacking-Neuling. Auf meiner 1-jährigen Reise durch Südostasien und Neuseeland habe ich meine Leidenschaft für die Landschaftsfotografie entdeckt. Am Reisen faszinieren mich vor allem die Begegnungen mit den Einheimischen und das Essen vor Ort. Als absoluter Sportfreak bin ich natürlich gerne in der Natur unterwegs.